Mittwoch, 24. September 2014

Artikel 15: Kung-fu – zwischen Kampf und Kunst: Philosophische Grundlagen der chinesischen Kampfeskunst

K.-H. Pohl, Trier

Bei näherem Hinsehen hat es in China – nicht anders als sonstwo – quer durch die Geschichte fast ununterbrochen Krieg und Kampf gegeben. Der Widerspruch zwischen propagiertem Pazifismus und kriegerischer Realität erklärt sich wohl einfach dadurch, daß Ideal und Wirklichkeit meist auseinander klaffen: Ideale zu pflegen, heißt nicht, daß diese auch in der Wirklichkeit umgesetzt sein müssen. So wären auch die Ideale der christlichen Nächstenliebe und Friedfertigkeit angesichts 2000 Jahre Geschichte christlichen Abendlands leicht als realitätsfern zu entlarven, obwohl diese Ideale bis heute – in säkularer Form – Leitlinien europäischer Politik geblieben sind.

In China ist es also nicht anders als in Europa. Zwar pflegte man Harmonie als höchstes Ideal, doch findet man gleichzeitig eine reiche Literatur, die sich mit allen Aspekten des Kampfes/Krieges beschäftigt, insbesondere in Form der sogenannten "Schule der Kriegsstrategien" (bingjia).

Doch zeigt sich das Thema Kampf auch in anderen klassischen Schulen und Schriften, so bei den Moisten als Theoretikern des Verteidigungskrieges, bei den Legalisten, die Krieg und Kampf zur Stärkung des Reiches befürworteten, oder sogar – wenn auch nur am Rande – bei dem Konfuzianer Menzius, wenn er sagt: "Ein Edler wird nicht kämpfen wollen; doch wenn er kämpft, dann muß er siegen" (zhan bi sheng).

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