Freitag, 13. September 2013

Doktorarbeit 1: Tai Chi Chuan: Stressreduzierende Effekte und ihre Nachhaltigkeit. Untersuchung in einem Anfängerkurs.

Jörg Duckten

Aus dem Institut für Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät der Charité – Universitätsmedizin Berlin, 2010

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss von Tai Chi Chuan auf das Stresslevel von gesunden StudentInnen. Die Untersuchungsergebnisse werden auf zwei Ebenen angewandt: zum einen auf das Stresslevel der StudentInnen und zum anderen auf den möglichen positiven Einfluss auf die subjektive Gesundheit und deren Nachhaltigkeit. Zugleich dient diese Arbeit dazu, Tai Chi Chuan als mögliche präventive Maßnahme zur Erhaltung und „Festigung“ von Gesundheit zu evaluieren. Zusätzlich wird über die wichtige Bedeutung von Stress in einem präventiven Gesundheitsverständnis aufgeklärt. In diesem Zusammenhang wird gezeigt werden, wie Stress zum Auftreten von Krankheiten führt, welche präventiven Maßnahmen möglich sind und wie hier Tai Chi Chuan hilfreich sein kann.

Klaus Hurrelmann (1994, S.165 zitiert nach Moegling, 1998, S. 94) beschreibt Stress in dem folgenden Zitat als Ausdruck einer gesteigerten Erwartungshaltung und Leistungsanforderung, und zwar einerseits der Gesellschaft gegenüber dem Individuum und andererseits des Individuums gegenüber der Gesellschaft.

Gesundheit ist durch subjektive Verarbeitung gesellschaftlicher Verhältnisse charakterisiert. Strukturelle Krisen der Gesellschaft im Arbeits- und Lernbereich und im Bereich der sozialen (Partner-) Beziehung führen (...) zu Konflikten und Frustrationen, die eine effektive Bewältigung der subjektiv erfahrenen Lebensbelastungen für eine wachsende Minderheit der Bevölkerung nicht mehr möglich erscheinen lässt. Konflikte am Arbeitsplatz, in der Familie, in der Schule und auch im Freundeskreis spiegeln die komplexen und komplizierten Lebensbedingungen der individualisierten Lebensweise heutiger Gesellschaften wider, die durch den hohen Grad an materiellen Wohlstand bei großem Risiko des Scheiterns an psychosozialen Belastungen charakterisiert ist.
(Hurrelmann 1994, S.165, zitiert nach Moegling 1998, S. 94)

In Anbetracht dieser individuellen psychischen und sozialen Belastungen, gepaart mit den zusätzlichen Belastungen einer urbanisierten Lebensweise1, ist zu vermuten, dass durch ein Überangebot an Stressoren eine gewisse Disbalance von positiven und negativen Einflussgrößen bei vielen Menschen besteht. Daher ist der Umgang mit Stressoren, also die Stressbewältigung, eine zentrale Größe in vielen Gesundheitsmodellen.
Gesundheit wird in vielen Gesundheitsmodellen unter anderem durch den individuellen Umgang mit Belastungen (Stressoren) und dem Vorhandensein bzw. der Nutzung von Ressourcen definiert (Hurrealmann 1994). Daher werden zunächst einige Gesundheitsmodelle vorgestellt. Später erfolgt eine Zusammenfassung von Stresstheorien und die Darstellung des Forschungsstandes im Bereich Tai Chi.

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